Kundenhinweise und Tipps vor der Pulverbeschichtung

Verzinktes Material

Für jeden Pulverbeschichtungsbetrieb ist es immer wieder aufs Neue eine Herausforderung verzinktes Material zu beschichten, denn verzinktes Material hat die Eigenschaft, dass es häufig zu Ausgasungen und/oder zu einer nicht ausreichenden Haftfestigkeit kommt. Die Gründe dafür sind oft sehr vielschichtig und können vor der eigentlichen Pulverbeschichtung nur bedingt bzw. nicht überprüft werden. Beispielhaft seien hier folgende erwähnt:

Zu dicke Zinkschicht

Zu hohe Konzentration von verschiedenen Komponenten des Stahls

Keine ausreichende Anhaftung der Zinkschicht durch Weißrost

Verweilzeit im Zinkbad nicht ausreichend oder zu lang

Zinkschicht hat nicht ausreichend nach dem chemischen Prozess geruht (zwischen 48 Stunden und u. U. bis zu 2 Wochen)

Gestrahltes Material

Das Bearbeiten von Stahlteilen durch Strahlen hat sich als hervorragende Vorbehandlung für die Pulverbeschichtung erwiesen. Grund hierfür ist die sehr starke Oberflächenvergrößerung, welche zu einer wesentlich verbesserten Haftfestigkeit des Pulverlacks führt. Allerdings bringt das Strahlen auch gewisse Risiken mit sich, denn gestrahltes Material ist viel rostanfälliger als ungestrahltes Material. Deshalb sollte gestrahltes Material keinesfalls noch lange gelagert oder gar der Witterung ausgesetzt werden. Auch das Angreifen mit bloßen Händen sollte in jedem Fall vermieden werden; verwenden Sie immer Handschuhe.

Edelstahl – VA

Edelstahl zählt u. a. zu seinen positiven Eigenschaften, dass er eine sehr geringe Rautiefe ausweist. Dies hat für die Pulverbeschichtung zur Folge, dass mit einer zum Teil deutlich geringeren Haftfestigkeit gerechnet werden muss als dies bei vorbehandeltem Aluminium oder Stahl der Fall wäre. U.U. sollte daher das Material vorher leicht gestrahlt werden (sweepen).

Zunder

Hier gilt grundsätzlich das Gleiche wie beim Rost. Die Haftfestigkeit ist sehr gering und deshalb muss Zunder vor der Beschichtung ebenfalls durch Strahlen restlos beseitigt werden.

Rost

Rost ist mit einer der größten Negativfaktoren bei der Pulverbeschichtung. Er verhindert eine gute Vernetzung des Pulverlackes mit dem Grundmaterial mit der Folge, dass die Haftfestigkeit der Beschichtung nicht gewährleistet ist. Verrostete Teile müssen vor der Beschichtung gestrahlt werden. Deshalb sollten Sie bei der Lagerung Ihres Rohmaterials - auch Aluminium und Zinkteile können „rosten“ - stets darauf achten, dass sich kein Rost bilden kann.

Fett, Silikon, Aufkleber, Klebeband, Edding u. ä.

Bei fettigen und öligen Teilen kommt es gleichfalls zu einer deutlichen Verringerung der Haftfestigkeit der Pulverlackschicht. Ebenso kann während der Beschichtung austretendes Wasser, Öl oder Fett aus Hohlräumen (z. Bsp. aus Rohren, Lagerbuchsen etc.) zu einer Fehlbeschichtung in Form von erheblichen Verlaufsstörungen in der Lackschicht führen.

Sind die Teile in irgendeiner Weise mit Silikon behaftet oder damit in Berührung gekommen, kommt es auch zu einer fehlerbehafteten Beschichtung.

Aufkleber und Klebeband hinterlassen noch deren Entfernung Spuren von Kleberückstände, die nur schwer und nur mit erheblichen Aufwand zu entfernen sind.

Kennzeichnungen der Teile mittels Edding führen zu einer chemischen Reaktion mit dem Material und scheinen fast bei allen Pulverlackschichten anschließend durch. Da diese zudem wasserfest sind, können Sie im Rahmen der Vorhandlung auch nicht abgewaschen werden. Deshalb sollten Teile mit anderen Methoden gekennzeichnet werden.

Schweissnähte

Rückstände an Schweißnähten, wie z. B. Verglasungen, Löcher od. Undichtigkeiten (Austreten von Flüssigkeiten während des Einbrennvorgangs), führen immer zu erheblichen Beschichtungsproblemen und müssen daher stets vorher beseitigt werden. Ebenso haben sich in der Vergangenheit Rückstände von Schweißsprays auf Silikonbasis als großes Problem für die Pulverbeschichtung herauskristallisiert.